Baumschnitt in Oettern

06.04.2014 - 13.04.2014

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Wir kommen am Sonntag Abend an und sind zu dritt. Gergana, die mit uns im Februar in Wichmar war, ist wieder mit uns. Unterwegs halten wir in Wichmar, wo Daniela einige Unterlagen von Simon bekommt. Sie beschäftigt sich gerne mit Bäumen und möchte selber einige Veredelungen machen. Und so sieht man sich auch wieder.


Gleich bei der Ankunft in Oettern besprechen wir den Arbeitsplan mit Peter, der immer gern zu uns zum Gespräch kommt.


Am Montag fangen wir zu zweit mit Schneiden an. Gergana hat die Aufgabe alle Bäume mit einem speziellen anthroposophischen Präparat (Hornmist) zu spritzen. Man spritzt die Rinde des Stamms so, dass sie schön feucht wird, und die Äste so gut es geht. Mit dem Hornmist werden die Wachstumskräfte eines Baums angeregt. Um alle Bäume zu spritzen wurden ganze drei Tage gebraucht, bis Mittwoch Abend. Parallel schneiden wir zu zweit. So kommen wir mit dem Schneiden in einen recht intensiven Arbeitsrhythmus und spüren, wie von Tag zu Tag unsere physischen Kräfte schwinden. Das wirkst sich aber nicht auf unsere Motivation aus, die nach wie vor auf hohem Niveau ist! Die Tage sind schon recht lang, wir machen so erst gegen 19:30 Uhr Schluss.


Das Wetter ist die ganze Zeit sehr wechselhaft. Mal scheint die Sonne richtig stark, mal kommen dunkle Wolken und bringen Regen mit. Im Regen sollten keine Bäume geschnitten werden, weil das für die Schnittflächen nicht gut ist.


Am Donnerstag besucht uns Anke, eine Studentin, die ökologischer Landbau in Witzenhausen studiert und ihre Abschlussarbeit über CSA schreibt. Wir nehmen uns beim Mittagessen in der Sonne Zeit für ein Gespräch mit ihr, indem sie uns viele Fragen über unsere Erfahrungen stellt. Sie assistiert uns danach sehr effektiv beim Baumschneiden, worüber sie im Rahmen ihres Studiums einen Kurs gemacht hat. Am Donnerstag Abend kommt Sergio zu uns, was uns riesig erfreut!


Am Freitag fahren Simon und Gergana nach Sambach, um dort mit Sebastian die Baumschule auszugraben. Das Ziel ist, die jungen Bäume auf Sebastians Hof in Schmölln (bei Kahla) wieder zu pflanzen. Zu zweit schneiden wir an dem Tag weiter auch Bäume. Am Abend wird klar, dass wir beim Pflanzen der kleinen Bäume in Schmölln helfen müssen. Wir stellen auch fest, dass wir noch 16 Apfelbäume zu schneiden haben, bis die zweite Hälfte der Wiese fertig wird! Wir brauchen einen Plan, wie das alles zu schaffen ist...


Am Samstag früh fahren wir zu viert nach Schmölln, ein etwa 35 km entferntes Dorf, und pflanzen dort die jungen Bäume. Dafür machen wir zuerst einen etwa 100 m langen Graben mit dem Spaten. Danach kommen die Bäume drin, werden mit Erde zugeschüttet und festgetreten. Natürlich müssen sie auch geschnitten und gegossen werden. Um 13 Uhr sind wir wieder auf der Wiese zurück, wo wir bis zum Abend (oder bis zur Erschöpfung) 12 Bäume schneiden.


Am Sonntag am Morgen fahren wir wieder zur Wiese, um die restlichen 4 Bäume zu schneiden. Damit sind alle Bäume auf der Wiese, schätzungsweise etwa 200, schon fertig. Es bleiben dennoch etwa 30 Bäume, die sich im Wald befinden, den wir im Februar fast entfernt haben. Die wollen wir nach Ostern auch schneiden. Da müssen aber zuerst die großen Haufen Schnittholz vom Entbuschen gehäckselt werden. Diese Aufgabe übernimmt Peter.


Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, sich die Wiese im jetzigen Zustand anzuschauen. Alle Büsche sind weg, die Bäume geschnitten, das Gras wächst. Es gibt viel Licht und Raum. Es wird immer grüner, unterschiedliches Grün! Noch einige Haufen Schnittholz liegen herum. Die Apfelbäume blühen noch nicht, viele haben schon kleine Blätter. Die Kirschbäume sind dafür in voller Blüte, und mancher Kirschbaum hat auch einen Schnitt bekommen. Auf der Wiese wächst in ordentlichen Mengen wilder Schnittlauch, den wir immer spontan beim Arbeiten entdecken und als frisches Gewürz zum Möhrensalat sammeln. Manche Passanten, die mit ihren Haustieren spazierengehen oder einfach Fahrrad fahren, halten, sprechen uns an und äußern ihre positive Überraschung über die Entwicklung auf der Wiese, die sie schon seit Jahrzehnten kennen.


Wir fahren am Nachmittag nach Berlin, müde aber mit einer erlebnisreichen Woche in den Herzen!



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